Liebe Frauen,
seit 115 Jahren feiern wir am 8. März den Weltfrauentag. In 26 Staaten sowie in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist er gesetzlicher Feiertag. Ursprünglich war die Hauptforderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“. Auch wenn in vielen Ländern der Welt das Wahlrecht für Frauen erreicht wurde, ist die tatsächliche Gleichstellung weder in Deutschland noch im Rest der Welt Realität. Die Wichtigkeit des Weltfrauentags und die damit verbundene Forderung nach Gleichberechtigung hat daher nicht an Bedeutung verloren.
Vor 77 Jahren 1949 erschien der erste Teil von Simone de Beauvoirs Werk „Le deuxième sexe“ – in der deutschen Übersetzung „das andere Geschlecht“.
Die darin enthaltene Auseinandersetzung mit tabuisierten Themen wie sexuelle Selbstbestimmung oder Abtreibung, aber auch die Forderung nach ökonomischer und intellektueller Unabhängigkeit lösten eine Welle von Kritik und Anfeindungen aus. Simone de Beauvoir stieß Debatten an, die bis heute nicht abgeschlossen sind. »Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.«
Dieser vielzitierte Leitgedanke wird beispielsweise weiterhin sehr unterschiedlich interpretiert.
Auch wir wollen heute die Debatte um die Frauenbewegung und den Feminismus weiterführen. Was hat der Feminismus schon erreicht und was noch nicht? Welche Denkanstöße können wir uns geben und worin besteht unser feministisches Engagement?
Auf dem Flyer zu diesem Event steht „Zusammenstehen statt alleine kämpfen“.
Auch Simone de Beauvoir war sich bewusst, dass sich die Frau zwar alleine befreien muss, aber dass diese Befreiung nur eine kollektive sein kann. Moritz Heß hat es in seinem Artikel über eine Ausstellung zu Simone de Beauvoir im Literaturmuseum in Karlsruhe so formuliert „Feminismus ist eine Art individuell zu leben und kollektiv zu kämpfen.“
Das wünsche ich mir auch für uns Frauen in diesem Raum; dass wir ein Leben führen können, das zu uns passt! Dass wir unser Potential ausschöpfen können und uns nicht mit weniger zufrieden geben! Dass wird nicht aufhören, unsere Rechte und unseren Wert einzufordern! Dass wir nicht aufhören, mutig zu sein. Dass wir nicht aufhören, an uns zu glauben!
Und: dass wir gemeinsam kämpfen! Dass wir an die Macht des weiblichen Kollektivs glauben! Dass wir füreinander eintreten! Denn in der Solidarität von Frauen liegt viel Kraft! Lasst uns gemeinsam eine Zukunft gestalten, in der unsere Töchter weniger mit Klischees und patriarchalen Strukturen zu kämpfen haben als wir, in der es weniger Mansplaining gibt!
Lasst uns eine Zukunft gestalten, in der mehr Frauen finanziell unabhängig sind, in der mehr Männer in Teilzeit arbeiten, in der mehr Männer Care-Arbeit und Mentalload übernehmen! In der wir mehr fordern, anstatt immer mehr zu geben!
Es ist noch viel zu tun! Daher lasst uns anstoßen, uns austauschen und vernetzen, Debatten führen und loslegen. Lasst uns gemeinsam weiterkämpfen!