Vergangene Woche war unsere Bürgermeisterin Nadine Bernshausenzu Besuch bei der Marburger Tafel. Vor Ort hat sie nicht nur Gespräche geführt, sondern tatkräftig bei der Lebensmittelausgabe unterstützt. Der Besuch machte deutlich, wie unverzichtbar die Arbeit der Tafel für viele Menschen in unserer Stadt ist – und wie sehr sie vom Engagement Ehrenamtlicher lebt.
Verteilt werden bei den Tafeln ausschließlich gespendete Lebensmittel. Zugekauft wird nichts. Miete, Transport- und Verwaltungskosten der Tafeln werden über private und privatwirtschaftliche Spender und Sponsoren gedeckt. Die Verteilung der Lebensmittel wird durch fünf Kühlfahrzeuge sichergestellt, die täglich im Einsatz sind.
Aktuell versorgt die Marburger Tafel vierzehntägig über 3.000 bedürftige Menschen im Landkreis, darunter 523 Kinder. Zusätzlich erhalten in Stadtallendorf im Rahmen der Kindertafel rund 100 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren wöchentlich ein Lebensmittelpaket. Auch Studierende können die Angebote nutzen: Lebensmittel gibt es gegen Vorlage des Studierendenausweises. Und ganz nebenbei reduziert sich der anfallende Müll zugunsten der Umwelt.
Bundesweit zeigt sich, dass die Zahl der Tafeln und der versorgten Menschen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Zwar nehmen auch die Lebensmittelspenden insgesamt zu, doch nicht im gleichen Tempo wie die Nachfrage. Besonders besorgniserregend ist der wachsende Bedarf bei Kindern und Jugendlichen – vielerorts reagieren die Tafeln mit eigenen Kinder- und Jugendprojekten. Gleichzeitig schwankt das Spendenaufkommen regional stark, während sich immer mehr Ehrenamtliche engagieren.
Für Marburg gilt derzeit: Die Lebensmittelspenden sind ausreichend, dennoch werden haltbare Produkte wie Nudeln und Reis jederzeit dringend benötigt. Geldspenden sind im vergangenen Jahr hingegen zurückgegangen – auch hier braucht es Unterstützung, um die wichtige Arbeit dauerhaft abzusichern.
Der Besuch bei der Marburger Tafel hat erneut gezeigt: Soziale Infrastruktur fällt nicht vom Himmel. Sie braucht politische Aufmerksamkeit, verlässliche Rahmenbedingungen und die Solidarität vieler. Dafür setzen wir GRÜNEN Marburg uns ein.